Der Vorkurs Deutsch 240 gliedert sich in zwei Anteile mit je 120 Stunden à 45 Minuten:
| Kita-Anteil | Schulischer Anteil | |
|---|---|---|
| Dauer | 1,5 Jahre | 1 Jahr |
| Beginn | vorletztes Kitajahr (ab Februar) | letztes Kitajahr (September) |
| Ende | Ende letztes Kitajahr (Juli) | Ende letztes Kitajahr (Juli) |
| Umfang/Woche | 2 Std. | 3 Std. |
Kita und Schule erstellen gemeinsam ein Vorkurs-Konzept, planen die Einheiten, dokumentieren kurz, wann sie stattfanden, beobachten die sprachliche Entwicklung und binden die Eltern aktiv ein.
Kinder sind während des gesamten Vorkurses unfallversichert — in Kita und Schule, auf allen Wegen dorthin (auch bei Fahrgemeinschaften) und bei Exkursionen. Auch das begleitende Personal ist bei Wegeunfällen versichert, wenn der Transport zu seinen Aufgaben gehört.
Kitas erhalten für Vorkurskinder zusätzliche staatliche Mittel: einen erhöhten Gewichtungsfaktor (1,3) für Kinder aus nicht-deutschsprachigen Familien sowie im letzten Kitajahr einen erhöhten Buchungszeitfaktor (0,4 bzw. 0,1). Grundlage der pädagogischen Arbeit sind die Bayerischen Leitlinien für Bildung und Erziehung (BayBL) und der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan (BayBEP) — beide gelten auch für den schulischen Anteil. Vorgefertigte Programme wie „Zahlenland" widersprechen diesen Vorgaben.
Zum Nachlesen · Vertiefung nach den Original-Folien (22–33)
Kapitel 2Zeitvorgaben im Detail
| VK-Anteil Kita | VK-Anteil Schule | |
|---|---|---|
| Umfang gesamt | 120 Std. à 45 Min. | 120 Std. à 45 Min. |
| Dauer | 1,5 Jahre | 1 Jahr |
| Vorkurs-Beginn | vorletztes Kitajahr (ab Februar) | letztes Kitajahr (September) |
| Vorkurs-Ende | Ende letztes Kitajahr (Juli) | Ende letztes Kitajahr (Juli) |
| Umfang pro Woche | 2 Wochenstd. à 45 Min. | 3 Wochenstd. à 45 Min. |
Kapitel 3Gemeinsame Aufgaben der Vorkurs-Pädagog:innen
Kita und Grundschule tragen als Tandempartner gemeinsam folgende Aufgaben:
- Gemeinsame Erstellung eines Vorkurs-Konzepts und Kooperationsplans.
- Vorbereitung und Realisierung der Vorkurs-Stunden.
- Kurze Dokumentation, wann die Vorkurs-Einheiten stattgefunden haben (Datum).
- Beobachtung und Dokumentation der sprachlichen Lern- und Entwicklungsprozesse im Vorkurs auf Kind- und Gruppenebene.
- Austausch über die Vorkurs-Kinder.
- Sichtbarmachung des Vorkurs-Geschehens für die Eltern und aktive Einbeziehung der Eltern in den Vorkurs.
Kapitel 4Unfallversicherungsschutz für Kinder
| Situation | Versicherungsschutz |
|---|---|
| Teilnahme am Vorkurs | Kinder sind während ihrer Teilnahme sowohl in der Kita als auch in der Grundschule unfallversichert. |
| Beförderungswege zum Vorkurs | Gesetzlich unfallversichert in allen genutzten Verkehrsmitteln, bei allen begleitenden Personen (z. B. Eltern, Vorkurs-Personal), auch bei Umwegen durch Fahrgemeinschaften, auch bei Vorkurs-Besuchen in der Schule außerhalb der gebuchten Kita-Zeit. |
| Exkursionen | Unfallversichert sowohl während des Kita-Anteils als auch während des Grundschul-Anteils. |
Kapitel 5Unfallversicherungsschutz für Erwachsene
Das pädagogische Personal der Kita und der Schule ist bei Wegeunfällen gesetzlich unfallversichert, wenn der Transport der Kinder zu seinen dienstlichen Aufgaben gehört.
Kapitel 6Rahmenbedingungen des Kita-Vorkurses
- Eine Vorkursgruppe umfasst maximal 6–8 Kinder. Ist nur ein Kind mit zusätzlichem Förderbedarf in der Einrichtung, wird der Vorkurs in Einzelbetreuung angeboten; zeitweise können Kinder ohne Förderbedarf mitmachen.
- Der Vorkurs kann gruppenübergreifend organisiert werden; die Einrichtung legt die Stundenverteilung frei fest. Bewährt haben sich feste Zeiten (z. B. dienstags und donnerstags 09:15–10:00 Uhr).
- Der Vorkurs findet innerhalb der Buchungszeit der Kinder statt — nur dann greift die kindbezogene Förderung und Vorkurs-Förderung.
- Wo? Ein ruhiger, fester Raum ist optimal. Der Vorkurs kann auch im Wald oder Garten stattfinden, ebenso als Besuch von Bibliotheken, Theatern, Bauernhöfen oder der Feuerwehr. Wegen der Aufsichtspflicht sollte dabei eine zweite Person die Gruppe begleiten.
- Additiv, nicht alltagsintegriert: Der Vorkurs 240 ist ein zusätzliches Sprachförderangebot in der Kleingruppe — er ersetzt die alltagsintegrierte Sprachbildung nicht, sondern ergänzt sie. Sprachsensible Fachkraft-Kind-Interaktionen tragen in beiden Bereichen zur Unterstützung bei.
Kapitel 7Arbeiten als Vorkurs-Pädagog:in in der Kita
Feinfühliges, sprachsensibles pädagogisches Handeln erfordert hohe Fachkompetenz — deshalb leiten erfahrene Vorkurs-Pädagog:innen den Vorkurs. Sie können während der Vorkurs-Stunden keine weiteren Aufgaben (z. B. Gruppenaufsicht) gleichzeitig übernehmen.
Vorkurs-Pädagog:innen führen den Vorkurs im Rahmen ihrer Pflichtarbeitszeit durch, einschließlich eines angemessenen Anteils mittelbarer Arbeitszeit (Verfügungszeit, § 17 Abs. 1 Satz 5 AVBayKiBiG). Empfohlen werden 16,5 % des Arbeitszeitumfangs für Aufgaben außerhalb der Vorkurs-Stunden selbst: Dokumentation und Besprechung von Beobachtungen, pädagogische Planung, Teamarbeit, Zusammenarbeit mit Familien, Vernetzung mit Grundschulen und in den Sozialraum. Die konkrete Ausgestaltung der Arbeitszeit obliegt dem Träger als Arbeitgeber.
Kapitel 8Das Vorkurs-Konzept — pädagogischer Rahmen
Grundlage der Vorkurs-Gestaltung sind die Bayerischen Leitlinien für Bildung und Erziehung (BayBL) und der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan (BayBEP) — beide gelten auch für den schulischen Vorkurs-Anteil. Alle Informationen zum Vorkurs-Konzept finden sich auf www.vorkurs-deutsch.de; sie geben Orientierung zur praktischen Gestaltung, aber keine Vorgaben wie ein Lehrplan.
Der Einsatz vorgefertigter Programme (z. B. „Zahlenland", „Hören-Lauschen-Lernen") widerspricht den Vorgaben des BayBEP.
Kapitel 9Staatliche Förderung im Detail
Erhöhter Gewichtungsfaktor 1,3 (Art. 21 Abs. 5 BayKiBiG): für Kinder, deren Eltern beide nicht-deutschsprachiger Herkunft sind — ab Kitaeintritt bis zur Einschulung.
Erhöhter Buchungszeitfaktor (Vorkurs-Förderung, § 24 Abs. 1 Satz 3 AVBayKiBiG) im letzten Kitajahr vor Einschulung:
- 0,4 für Kinder, bei denen mindestens ein Elternteil deutschsprachiger Herkunft ist und die am VKD teilnehmen.
- 0,1 für Kinder, deren Eltern beide nicht-deutschsprachiger Herkunft sind und die am VKD teilnehmen.
Gewährungszeitraum:
- Nur im regulären Vorschuljahr (kein Vorziehen) — der Kita-Anteil beginnt trotzdem schon im vorletzten Kitajahr mit 40 Stunden in Kleingruppen.
- Gewährung auch bei Zurückstellung vom Schulbesuch und bei „Korridorkindern".
Gewährungsvoraussetzungen:
- SISMIK-/SELDAK-Ergebnis mit Vorkurs-Empfehlung.
- Wird auch gewährt, wenn die Sprachstandserhebung an der Grundschule keinen Förderbedarf ergeben hat, das Kind aber trotzdem freiwillig am Kita-Anteil teilnimmt.
- Der Vorkurs-Besuch muss in der Kitabuchungszeit liegen — unabhängig vom Besuch des schulischen Anteils.
Eintrag im KiBiG.web: Wegen der Unterscheidung Vorschul- und Kalenderjahr gibt es drei Anklickoptionen; der Buchungszeitfaktor erhöht sich automatisch (um 0,1 bzw. 0,4) und wird gesondert ausgewiesen.
Kapitel 10Veränderungen im Jahresverlauf
Aufnahme neuer Vorkurskinder unter dem Jahr: Die Kita kann jederzeit personell nachsteuern und bei Bedarf neue Vorkursgruppen einrichten. Die Grundschule kann neu hinzukommende Kinder dagegen nur in bestehende Vorkursgruppen integrieren, da die Lehrerwochenstunden für den schulischen Vorkursanteil zu Schuljahresbeginn vollständig verteilt sind — eine weitere Stundenbereitstellung im Jahresverlauf ist nicht möglich.
Längerfristige Erkrankung von Vorkurs-Pädagog:innen: Auf Schulseite gleicht die Mobile Reserve des Schulamtsbezirks die Stunden erkrankter Lehrkräfte aus, sofern Kapazitäten frei sind. Auf Kita-Seite kann es trägerintern eine eigene Mobile Reserve für die trägereigenen Einrichtungen geben.